Ratgeber-Standard

Alarmsystem mit Notrufleitstelle: Kosten & Anbieter im Vergleich 2026

SF
Sebastian Funke · Aktualisiert 14. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurzantwort: Ein Alarmsystem mit Notrufleitstelle kostet 2026 meist 700 € bis 3.000 € für Anlage und Einbau plus rund 20 € bis 50 € im Monat für die Leitstelle. Unsere Empfehlung ist Verisure: Anlage, Leitstelle und Wartung gibt es ab 29,90 € im Monat aus einer Hand.

Was kostet ein Alarmsystem mit Notrufleitstelle?

Eine Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) ist rund um die Uhr besetzt, prüft eingehende Alarme und informiert bei Bedarf Polizei oder einen Sicherheitsdienst. Die Kosten setzen sich aus Anlage, Installation und laufender Aufschaltung zusammen.

Leistung Preis (ca.)
Funk-Set zum Selbsteinbau ohne Leitstelle 100 € – 1.000 €
Professionelle Funk- oder Hybridanlage mit Einbau 1.000 € – 5.000 €
Aufschaltung auf eine Leitstelle pro Monat 20 € – 50 €

Die besten Anbieter im Überblick

Wir haben fünf bekannte Anbieter nach Kosten, Leistungsumfang, Vertragsbedingungen und Installationsaufwand eingeordnet. Verisure erhält unsere Empfehlung, weil Anlage, Leitstelle, Wartung und Sicherheitsdienst aus einer Hand kommen und die Kosten klar kalkulierbar sind.

Anbieter Einmalkosten (ca.) Laufende Kosten (ca.)
1. Verisure (Empfehlung) ab 699 € ab 29,90 € pro Monat
2. Telenot 1.000 € – 5.000 € Leitstelle ca. 20 € – 50 € pro Monat
3. ABUS Secvest Angebot vom Fachbetrieb Leitstelle ca. 20 € – 50 € pro Monat
4. LUPUS 249 € – 399 € (XT1 Plus) Wachschutz nach Angebot
5. Ajax Angebot vom Fachbetrieb Leitstelle ca. 20 € – 50 € pro Monat

1. Verisure: unsere Empfehlung

Verisure liefert Funk-Alarmanlage, Installation, Wartung und eine eigene Notruf- und Serviceleitstelle als Komplettpaket. Laut Anbieter werden Alarme rund um die Uhr geprüft, bevor Polizei oder Sicherheitsdienst informiert werden.

Posten Kosten und Konditionen
Standardpaket mit professioneller Installation ab 699 €
Monatsgebühr inklusive Überwachung, Wartung und Batterien ab 29,90 €
Kündigungsfrist (unbefristeter Vertrag) 3 Monate zum Monatsende
Einsätze im Preis enthalten 2 pro 12 Monate
  • Vorteile: Ein Vertragspartner für alles, Sie brauchen weder einen separaten Errichter noch einen eigenen Leitstellenvertrag.
  • Geprüfte Alarme: Die Leitstelle verifiziert Alarme per Rückruf oder Technik, bevor die Polizei gerufen wird, das verringert Fehleinsätze.
  • Fairer Ausstieg: Nach regulärer Kündigung geht die Anlage ins Eigentum über, SIM-Karte und ZeroVision-Gerät bleiben bei Verisure.
  • Nachteile: Die Gebühren steigen mit dem Verbraucherpreisindex, garantierte Reaktionszeiten nennen die AGB nicht, weitere Einsätze werden nach Stundensatz berechnet.

2. Telenot: Profitechnik vom Fachbetrieb

Telenot ist ein deutscher Hersteller professioneller Einbruchmeldetechnik mit VdS-Zulassung. Die Anlagen werden in der Regel von Fachbetrieben geplant und auf eine Leitstelle aufgeschaltet, ideal für Neubauten oder Häuser mit hohem Schutzbedarf.

Posten Kosten und Konditionen
Anlage mit Einbau durch den Fachbetrieb 1.000 € – 5.000 €
Aufschaltung auf die Leitstelle pro Monat ca. 20 € – 50 €
Wartung pro Jahr ca. 100 € – 200 €
  • Vorteile: Hochwertige Technik Made in Germany, VdS-Zulassung und individuelle Planung für jedes Gebäude.
  • Nachteile: Anlage, Wartung und Leitstelle laufen über mehrere Vertragspartner, der Gesamtpreis liegt deutlich über Komplettpaketen.

3. ABUS Secvest: Funkzentrale mit Leitstellenoption

Die ABUS Secvest ist die Funk-Alarmzentrale des deutschen Herstellers. Sie kann Meldungen an eine Notruf- und Serviceleitstelle senden, die Inbetriebnahme übernimmt in der Regel ein Errichter. Das günstigere Selbsteinbau-Set ABUS Smartvest hat keine Leitstellenanbindung.

Posten Kosten und Konditionen
ABUS Smartvest Grundset zum Selbsteinbau ca. 249 € – 448 €
Secvest mit Installation durch den Errichter Angebot vom Fachbetrieb
Aufschaltung auf die Leitstelle pro Monat ca. 20 € – 50 €
  • Vorteile: Bekannter Hersteller, flexibel erweiterbar und per Funk ohne großen Bauaufwand zu installieren.
  • Nachteile: Die Leitstelle müssen Sie separat beauftragen, die Stiftung Warentest bewertete die Smartvest 2017 nur mit befriedigend und bemängelte den Sabotageschutz der Zentrale.

4. LUPUS Electronics: günstig, aber mit Eigenarbeit

LUPUS bietet Funk-Alarmanlagen zum Selbsteinbau. Laut Vergleichsportalen ist eine optionale Anbindung an einen 24-Stunden-Wachschutz möglich, die Aufschaltung organisieren Sie aber selbst.

Posten Kosten und Konditionen
LUPUSEC XT1 Plus Zentrale 249 € – 399 €
Anbindung an einen Wachschutz nach Angebot
Sirenenlautstärke 94 dB
  • Vorteile: Günstiger Einstieg und volle Kontrolle bei Aufbau und Erweiterung.
  • Nachteile: Leitstelle und Wachschutz sind separat zu vereinbaren, bei der Stiftung Warentest fiel die XT2 Plus 2017 wegen mangelhaftem Hackerschutz durch, achten Sie daher auf aktuelle Software.

5. Ajax: modernes Funksystem für Errichter

Ajax ist ein modernes Funksystem, das laut Hersteller die Norm EN 50131 Grade 2 erfüllt. Es lässt sich über die Protokolle SIA DC-09 und Contact ID an Leitstellen anbinden, viele Leitstellen in Deutschland und Österreich sind laut Ajax dafür zertifiziert.

Posten Kosten und Konditionen
Funkreichweite im Freifeld bis 2.000 m
Batterielaufzeit der Melder bis 7 Jahre
Anlage und Einbau Angebot vom Fachbetrieb
  • Vorteile: Verschlüsselte Funkverbindung, Alarmprüfung per Foto durch die MotionCam und Anbindung über Ethernet, WLAN und SIM.
  • Nachteile: Es gibt keine einheitlichen Preise, Fachbetrieb und Leitstelle müssen Sie getrennt beauftragen.

Wovon hängen die Kosten ab?

Die Kosten hängen von Hausgröße, Zahl der Melder, Funk- oder Kabeltechnik, Zertifizierung und dem Leistungsumfang der Leitstelle ab. Entscheidend ist, ob nur der Alarm weitergeleitet wird oder auch Prüfung und Sicherheitsdienst enthalten sind. Mehr zu den Gesamtkosten finden Sie in unserem Ratgeber Alarmanlage Kosten.

Tipps zur Auswahl und zum Sparen

  • Mehrere Angebote vergleichen: Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote ein und fragen Sie nach Einmalkosten, Monatsgebühr und Einsatzpauschalen.
  • Vertragsbedingungen prüfen: Achten Sie auf Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisanpassung und darauf, wem die Anlage nach Vertragsende gehört.
  • Förderung und Steuer nutzen: Für Einbruchschutz gibt es den KfW-Kredit 159, er muss vor dem Kauf genehmigt sein, und Arbeitskosten des Fachbetriebs lassen sich teilweise steuerlich absetzen.
  • Fehlalarme vermeiden: Verisure darf kündigen, wenn es innerhalb von drei Monaten fünf oder mehr Fehlalarme gibt, schulen Sie daher alle Nutzer im Haushalt.

Häufige Fragen

Was ist eine Notruf- und Serviceleitstelle?
Eine rund um die Uhr besetzte Stelle, die Alarme prüft und Polizei oder Sicherheitsdienst benachrichtigt. Eine Zertifizierung nach EN 50518 gilt als Qualitätsmerkmal.
Lohnt sich die Aufschaltung auf eine Leitstelle?
Sie lohnt sich vor allem, wenn Sie oft nicht erreichbar sind, etwa im Urlaub. Ohne Aufschaltung müssen Sie selbst auf Push-Nachrichten reagieren.
Wie kann ich einen Leitstellenvertrag kündigen?
Bei Verisure gilt eine Frist von drei Monaten zum Monatsende. Bei anderen Anbietern hängt die Frist vom Vertrag ab, prüfen Sie sie vor Abschluss.
Wie schnell kommt der Sicherheitsdienst?
Verisure nennt in den AGB keine garantierten Reaktionszeiten. Fragen Sie bei jedem Anbieter nach Interventionszeiten und Einsatzgrenzen.
!

Die genannten Preise sind unverbindliche Richtwerte (Stand Oktober 2026) aus Anbieterangaben und Vergleichsportalen und können je nach Anbieter, Region und Objekt abweichen. Die Reihenfolge ist eine redaktionelle Einschätzung.

Quellen

SF
Sebastian Funke Bankkaufmann, Gelernter Bankkaufmann, 15 Jahre Erfahrung
„Als gelernter Bankkaufmann verfüge ich über 15 Jahre Erfahrung im Bank- und Finanzbereich. Bei kostenfrage.com bringe ich mein Praxiswissen ein, damit du Kosten, Konditionen und Finanzprodukte besser verstehen und einordnen kannst.“ Die Beiträge von Sebastian Funke basieren auf umfangreicher Recherche, aktuellen Daten und fundierten Informationen aus vertrauenswürdigen Quellen.

✓Dieser Artikel wurde zusätzlich vom unabhängigen Fachbeirat fachlich geprüft.

Das könnte dich auch interessieren